Praxiswissen
Auszug der Regeln aus dem Dealerhandbuch von Lanuela Lang.
Regelkunde TDA Regel 42 Exploding Cards
Ein Spieler, der seine Hand während des Spiels öffnet, kann mit einer Penalty oder Verwarnung belegt werden, aber die Hand wird nicht für tot erklärt. Der Penalty beginnt mit der nächsten Hand.
Der Spieler darf in dieser Hand nicht mehr agieren sondern nur noch reagieren! Das bedeutet, dass der Spieler nur noch callen oder folden kann. Ein raisen ist nicht mehr möglich.
Bet & Raises:
Verbale Aussage
Verbale Aussagen in der Reihenfolge sind bindend. Die Spieler sind angehalten, sich stets an die Reihenfolge zu halten. Aktionen außerhalb der Reihenfolge sind bindend, wenn sich die bisherige Situation der Einsätze nicht verändert. Ein Check, Call oder Fold gilt nicht als Veränderung der Situation.
Anmerkung:
Eine Aktion außerhalb der Reihe wird Act out of turn genannt. Ein Act out of turn kann sein, dass der Spieler “Call“ sagt, obwohl er noch nicht an der Reihe ist. Der Spieler wird darauf hingewiesen, dass erst die Spieler vor ihm an der Reihe sind. Ändert sich die Situation, indem ein solcher Spieler ein Raise ansagt, darf auch der Spieler, der zuvor den Call zusicherte, diese Entscheidung ändern und kann nun folden, callen, raisen oder ALL-In gehen. Ändert sich die Situation nicht, ist es dem Spieler nicht gestattet, nun ein Raise anzusagen.
Eine weitere Art von Act out of turn ist, wenn der Spieler seine Hole Cards foldet, obwohl er noch nicht an der Reihe ist. Auch hier wird er auf die vorherigen Spieler hingewiesen. Die gefoldeten Karten werden dennoch sofort in den Muck gelegt, da der Spieler diese Entscheidung nicht überdenken kann. Meist ist die Begründung der Spieler, dass sie nicht gesehen haben, dass der Vordermann noch Karten hat. Der Dealer kann die Spieler bitten, die Karten nicht mit den Händen zu bedecken.
Wenn der Dealer ein Raise annonciert und ein anderer Spieler sagt „ich calle“, muss er das Raise bezahlen, auch wenn er das eventuell. nicht gehört hat. Diese Aussage ist verpflichtend und verbindlich. Der Spieler hat die Möglichkeit, den Big Blind zu zahlen und dann zu folden oder das Raise komplett zu zahlen und die Hand zu spielen.
Spieler sollten immer darauf achten, was sie sagen, da der Dealer das gesprochene Wort (fast) immer für bare Münze nehmen muss. Es gibt kein „Ich bin All-In“ aus Spaß. Das ist eine bindende Ansage.
Methoden eines Raises
Im No Limit und Pot Limit gibt es folgende Möglichkeiten, das Raise zu setzen:
- Der Betrag muss in einer Bewegung gesetzt werden.
- Der Betrag muss vorher werden und festgelegt sein.
- das Raise annoncieren, den bisherigen Betrag setzten (Call) und danach in einer Bewegung das eigentliche Raise setzen.
Es ist in der Verantwortung des Spielers, seine Absicht klar zu gestalten.
Anmerkung:
Zu Beginn eines Spiels sollte der Dealer die Spieler darauf hinweisen, dass die Höhe einer Bet oder eines Raises immer angesagt wird. Um Irrtümer zu vermeiden, sollte der Spieler keine Aussagen wie „Raise um 300“ etc. sagen, sondern die Gesamtsumme, auf die er raisen möchte. Allerdings der Spieler das Raise annoncieren und zunächst die Summe, die für einen Call nötig ist, bringen und danach die eigentliche Raise-Summe bringen.
Ein Beispiel: Die Blinds liegen bei 50/100, der Flop liegt noch nicht. Der Spieler der an der Reihe ist, sagt nichts und wirft einen 500er-Chip vor sich. Das ist ein Call. Hätte er raisen wollen, hätte unbedingt das Wort „Raise“ fallen müssen oder er hätte beispielsweise einen 500er-Chip zeitgleich mit einem 25er-Chip bringen müssen. Dann wäre das Raise auch ohne Ansage eindeutig gewesen. Übrigens: Nach dem Flop gilt der 500er als Bet.
- Raises
Ein Raise muss immer die Höhe des letzten Raises haben. Wenn ein Spieler ein Raise macht, indem er 50% oder mehr des Satzes davor anspielt, muss er den Satz auf die Höhe des Minimum-Raise vervollständigen.
Ein unvollständiger All-In Satz in No-Limit und Pot Limit Spielen gilt nicht als voller Einsatz!
Anmerkung:
Sind die Blinds beispielsweise 200/400 und ein Spieler möchte raisen und setzt hierzu 700 an, wird er vom Dealer darauf hingewiesen, dass das Minimum-Raise 800 ist und er 800 nachbringen darf. Es ist aber nicht möglich, dass der Spieler nun eine andere Summe als das Minimum-Raise bringt.
- Oversized Chip
Wenn eine Bet (oder Blind) gesetzt wird, indem ein einzelner oversized Chip Gesetzt wird, gilt dies immer als Call, wenn nicht zuvor ein Raise annonciert wurde. Um mit einem oversized Chip zu raisen, muss dies angesagt werden, bevor der Chip den Tisch berührt. Wenn ein Spieler einen oversized Chip als Einsatz bringt und hierzu vermerkt, dass er raisen möchte, jedoch keine Raise-Höhe angibt, gilt die maximal erlaubte Höhe als Raise Wird ein oversized Chip ohne Ansage als Bet gesetzt, gilt diese Chip entsprechend seiner Wertigkeit.
Anmerkung:
Sehr häufig wird es vorkommen, dass die Spieler ohne Kommentar einen Einsatz bringen. Beim vorher genannten Beispiel wäre der 500er-Chip des Spielers ohne Ansage ein Call.
- Multiple Chips
Wenn eine Bet platziert wird, ohne das zuvor ein Raise angesagt wird, indem mehrere Chips der gleichen Wertigkeit gesetzt werden, gilt dies als Call, wenn ein Chip hiervon entfernt wird und dadurch weniger als der benötigte Einsatz übrig bleibt. Beispiel für einen Call: Preflop. Blind sind 200/ 400. Spieler A raist auf 1200 (erhöht demnach um 800), Spieler B bringt ohne Ansage zwei 1000er-Chips. Wenn hier Chips in unterschiedlicher Wertigkeit gesetzt werden, gilt die 50-Prozent-Regelung wie in Nr. 31 beschrieben.
Anmerkungen:
Bei dieser Regelung ist zu beachten, dass es unter Umständen sogar soweit kommen kann, dass ein Einsatz an den Spieler zurückgegeben werden und er folden muß.
Aktion eines Gastes:
Ein Gast/Spieler greift in einen Stack der nicht Ihm gehört ohne ausdrückliche Erlaubnis des Dealers.
Lösung: Der zugreifende Spieler bekommt eine Zeitstrafe von mindestens einem Blindlevel. Dies ist durch den Floorman auszusprechen.
Turn und River ohne Aktion:
Beispiel: In einer Hand sind zwei oder mehr Spieler Preflop. Aus irgend einem Grund vergisst der Dealer die Setzrunden und deckt sofort nach den Flop, den Turn und/oder River auf ohne dass Setzrunden waren.
Lösung: Die Turn- und Riverkarte werden in den Kartenstapel gesteckt. Die Burnkarten bleiben liegen. Der Kartenstapel wird mit einem komlpete Shuffle gemischt. Danach beginnt die Setzrunde des Flops. Danach wird der Turn aufgedeckt, eine Setzrunde, dann der River und die letzte Setzrunde. Zu beachten ist, dass keine weitere Burn Karte aufgedeckt wird, da diese ja schon liegen.
All In und weg gehen:
Beispiel: Ein Spieler geht All In, steht auf und geht kurz vom Tisch weg. Ein Spieler Callt. Wir decken das Board auf. Der All In Spieler ist noch nicht wieder zurück. Wir teilen den Pott dem Spieler zu, der noch anwesend ist, da nur anwesende Spieler einen Pott gewinnen können.
Lösung: Floorman rufen, Dieser wird den Spieler an seine Anwesenheitspflicht erinnern. Ggfs. Spricht der Floorman aus Kulanz den Pott dem Gewinner zu und Verwarnt diesen anschliessend und kündigt eine Zeitstrafe an. Dies ist durch den Floorman auszusprechen.
Beispiele: Spieler ist abwesend vom Tisch
Beispiel: Ein Spieler geht vom Tisch weg. Und ist nicht zurück bis die letzte Karte verteilt ist (am Button). Der Dealer zieht diese Karten sofort ein. Denn der Spieler kann auf keinen Fall einen Pott gewinnen. Wäre der Spieler im BB kann der SB einfach nur Callen und bekommt sofort den Pott Zugestellt.

Praxiswissen



